Medizinische Untersuchung bei der Schweizer Armee

Die medizinische Untersuchung der Schweizer Armee ist ein zentraler Bestandteil der Rekrutierung. Sie entscheidet darüber, ob du gesundheitlich für den Militärdienst geeignet bist. Bevor du Soldat oder Soldatin bei der Schweizer Armee wirst, überprüft ein Rekrutierungsarzt deinen allgemeinen Gesundheitszustand. Ziel ist es festzustellen, ob du den körperlichen und psychischen Anforderungen des Militärdienstes gewachsen bist.

Warum ist die medizinische Untersuchung so wichtig?

Der Militärdienst bringt körperliche Belastung, Stresssituationen und Verantwortung mit sich. Die Armee muss sicherstellen, dass alle Rekrutinnen und Rekruten gesundheitlich einsatzfähig sind.

Die Untersuchung dient dazu,

  • gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen
  • deine Belastbarkeit einzuschätzen
  • deine Diensttauglichkeit festzustellen
  • eine sichere Verwendung innerhalb der Armee zu gewährleisten

Das Ergebnis fließt direkt in den späteren Tauglichkeitsentscheid ein.

Ablauf der medizinischen Untersuchung

Die Untersuchung findet im Rahmen der mehrtägigen Rekrutierung statt. Dabei werden mehrere standardisierte Tests durchgeführt.

Typische Bestandteile sind:

  • Medizinisch-psychologischer Fragebogen
  • Elektrokardiogramm EKG
  • Hörtest
  • Sehtest
  • Blutdruckmessung
  • Erfassung von Körpergröße und Gewicht
  • Je nach Funktion Lungenfunktionstest

Medizinisch-psychologischer Fragebogen

Zu Beginn beantwortest du einen ausführlichen Fragebogen zu deiner gesundheitlichen Vorgeschichte. Hier gibst du unter anderem Auskunft über:

  • Frühere Erkrankungen
  • Operationen
  • Allergien
  • Aktuelle Beschwerden
  • Psychische Belastungen

Diese Angaben werden später mit den Untersuchungsergebnissen abgeglichen.

Herz, Kreislauf und Blutdruck

Im Rahmen eines EKG wird deine Herzfunktion überprüft. Zusätzlich werden Blutdruck und Puls gemessen. So kann festgestellt werden, ob Auffälligkeiten im Herz-Kreislauf-System vorliegen.

Hör- und Sehtest

Dein Hörvermögen und deine Sehfähigkeit werden ebenfalls getestet.

Trägst du eine Brille oder Kontaktlinsen, ist das grundsätzlich kein Ausschlusskriterium. Wichtig ist lediglich, dass deine Sehhilfe aktuell ist. In der Regel werden die Werte aus einem gültigen Brillenpass übernommen.

Lungenfunktion

Ein Lungenfunktionstest wird je nach angestrebter Funktion oder bei bestimmten Befunden durchgeführt. Besonders bei körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten spielt die Atemleistung eine wichtige Rolle.

Freiwillige Zusatzuntersuchungen

In bestimmten Fällen können zusätzlich durchgeführt werden:

  • Blutuntersuchung
  • Thorax-Röntgen

Diese Untersuchungen sind nicht zwingend vorgeschrieben, können aber zur weiteren Abklärung sinnvoll sein.

Impfungen während der Rekrutierung

Im Rahmen der medizinischen Untersuchung besteht die Möglichkeit, empfohlene Impfungen durchführen zu lassen, beispielsweise gegen bestimmte Infektionskrankheiten. Diese Impfungen sind freiwillig, werden jedoch ausdrücklich empfohlen.

Was passiert nach der Untersuchung?

Nach Abschluss aller medizinischen Tests bespricht der Arzt die Ergebnisse mit dir. Die Untersuchung ist jedoch nur ein Teil der gesamten Rekrutierung.

Weitere Bestandteile sind:

  • Fitnesstest der Armee
  • Psychologische Abklärung
  • Personensicherheitsprüfung
  • Tauglichkeitsentscheid
  • Zuteilungsgespräch

Erst nach Abschluss aller Prüfungen wird endgültig entschieden, ob du militärdiensttauglich bist.

Mögliche Einstufungen

Am Ende der Rekrutierung wirst du eingestuft als:

  • Militärdiensttauglich
  • Militärdienstuntauglich, aber schutzdiensttauglich
  • Militärdienstuntauglich und schutzdienstuntauglich

Das medizinische Ergebnis ist dabei ein wesentlicher Faktor, aber nicht der einzige.

Fazit

Die medizinische Untersuchung der Schweizer Armee dient dazu, deine gesundheitliche Eignung objektiv zu bewerten. Geprüft werden vor allem Herz-Kreislauf-System, Seh- und Hörvermögen, allgemeiner Gesundheitszustand sowie gegebenenfalls die Lungenfunktion.

In der Regel handelt es sich um standardisierte Untersuchungen, die keine außergewöhnlichen Belastungen darstellen. Wer gesundheitlich stabil ist, muss sich vor diesem Teil der Rekrutierung nicht fürchten.

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